Das Abenteuer beginnt.
Große Träume, starke Frauen und ein Geheimnis,
das alles verändert.
Endlich geht Hedis Wunsch in Erfüllung:
Sie lässt ihr Zuhause auf Norderney hinter sich und reist nach New York. Dort folgt sie den Spuren von Else, der besten Freundin ihrer Mutter Marianne, die bei ihrer letzten Begegnung einen bleibenden Eindruck auf Hedi hinterlassen hat. Im Rausch der Freiheit genießt sie den Aufbruch in eine aufregende neue Zeit. Schnell holt sie jedoch die Realität der Großstadt ein, wo Konflikte schwelen und gesellschaftliche Spannungen sich entladen.
Als Hedi auf einer Feier dem New Yorker Anwalt Louis Davis begegnet, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Wäre da nur nicht sein Großvater, ein Schatten aus Elses dunkler Vergangenheit, der unerwartet einem sorgsam gehüteten Geheimnis auf die Spur kommt.
Gelingt es Hedi mit Louis‘ Hilfe, ihm zuvorzukommen, bevor alles auffliegt und jahrelange Lügen ihre Welt aus den Angeln heben
Leseprobe
»Ich bin da, Else«, flüsterte Hedi, während sie sich voller Erwartung an der Reling festhielt und dem Wind trotzte, der ihr kräftig ins Gesicht blies. Es war stürmisch, und das Schiff wackelte heftig, als Hedi endlich gegen Mittag die Skyline von New York erblickte. Plötzlich ging ein Raunen durch die Menge. Das Schiff fuhr langsam an der Freiheitsstatue vorbei, dem berühmten Wahrzeichen von New York. Ihr Herz machte einen Satz, und sie lächelte. Eine neue und aufregende Zeit brach für sie an.
Seit jenem Tag, an dem sie Else begegnet war, flammte in Hedi das Fernweh und die Abenteuerlust auf. Else war aus Amerika zu ihnen nach Norderney zu Besuch gekommen. Sie und ihre Mutter waren beste Freundinnen gewesen, seit Kindertagen. Schwestern im Herzen, so hatten sich beide gegenseitig immer genannt. Schließlich kam der Krieg, der alles veränderte. Das Schicksal hatte die beiden auseinandergerissen. Wann immer ihre Mutter über ihre beste Freundin gesprochen hatte, spürte Hedi, wie sehr sie sie vermisste. Eines Tages dann hatte sie einfach vor der Tür gestanden. Hedi war damals fünfzehn gewesen und kam gerade von einer Klassenfahrt zurück, als ihre Mutter ihr mitteilte, dass ihr Glaube daran, Else irgendwann wiederzusehen, tatsächlich geholfen hatte.
»Hi, ich bin James, Elses Mann. Und du musst Hedi sein. Herzlich willkommen.« Er trat einen Schritt auf sie zu und streckte ihr seine Hand entgegen. »Ja, ich bin Hedi. Hallo Mr. Müller, schön, Sie kennenzulernen.«
»Bitte nenn mich James. Wir können gerne Deutsch sprechen, wenn dir das lieber ist, dann kann ich meine Sprachkenntnisse wieder etwas auffrischen. Es ist schon eine Weile her.« Sein Lächeln verschwand, und Hedi wusste sofort, dass er an Else dachte.
»Else war eine ganz besondere Frau, und ich bin unendlich dankbar, sie kennengelernt zu haben. Sie war es, die mir Mut gemacht hat, unsere kleine Insel zu verlassen und die Welt zu bereisen. Tja, und nun bin ich hier.«
»Herzlichen Glückwunsch, und alles Glück der Welt für euch«, gratulierte Hedi und umarmte Lucy.
»Danke, Hedi, das ist sehr lieb von dir. Übrigens, Robert«, wandte sie sich nun an ihren Ehemann, »das ist Hedi, Lindas Freundin aus Deutschland. Sie hat meine Dessous ausgesucht. Du darfst dich freuen, es ist der Wahnsinn, oder, Hedi?« Hedi hielt die Luft an und zog die Augenbrauen hoch. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Röte stieg ihr ins Gesicht, als ihr Blick auf Roberts grinsendes Gesicht traf. Dann hielt er ihr die Hand entgegen.
»Schön, dass wir uns kennenlernen, und danke für die Beratung meiner Frau.«
Hedi wäre am liebsten im Erdboden versunken vor Scham. Sie versuchte, die Situation mit einem charmanten Lächeln zu überspielen. »Herzlichen Glückwunsch und alles Gute«, flüsterte sie. Robert bedankte sich kurz und drehte sich zu dem nächsten Gratulanten. Hedi trat den Rückzug an, stolperte über einen Fuß und verlor im gleichen Moment den Halt. Starke Arme griffen nach ihr und verhinderten gerade noch, dass sie zu Boden fiel.
»Hoppla, Vorsicht!«, hörte sie eine tiefe Stimme sagen. Als sie aufsah, traf ihr Blick auf zwei braune Augen, die sie amüsiert anblickten. Schlagartig klopfte ihr Herz schneller. Sie war nicht in der Lage, etwas zu sagen. »Ich glaube, wir wurden einander noch nicht vorgestellt. Ich bin Louis, der Bruder des Bräutigams. Und du, wie ich gerade hörte, bist Lucys Unterwäscheberaterin?«
Das hier musste ein Traum oder, besser gesagt, ein Alptraum sein. »Hedi … Mein Name ist Hedi«, stotterte sie.
»Hi, Hedi, schöner Name. Du bist nicht von hier, oder?« Sie standen noch immer eingekesselt in der Menge.
»Ähm, nein, ich komme von Norderney.«
Er zog die Stirn in Falten. »Norderney? Wo liegt denn das?«
»Hey, Louis!« Jemand von den Gästen stieß ihn an und umarmte ihn, sodass er Hedis Arm loslassen musste. »Ich komme nochmal darauf zurück«, hörte sie Louis kurz sagen, bevor er den Blick von ihr abwandte. Mit klopfendem Herzen kämpfte sich Hedi durch die Menge, bis sie sich etwas abseits an eine Hausmauer lehnte. War das gerade wirklich passiert? Was dachte er jetzt wohl über sie? Unterwäscheberaterin …
Warum tappte sie immerzu in solche Fettnäpfe? Da treibt das Schicksal einen aus dem Nichts heraus direkt in Amors Arme, und dieser spricht sie gleich auf Dessous an. Hedi atmete tief durch. Peinlicher hätte die erste Begegnung nicht sein können, das stand fest.
»Mhm, ich denke, du bist eine kleine Wildkatze. Wir könnten uns sicher viele Geschichten über Deutschland erzählen und uns dabei ein wenig amüsieren, was denkst du?«
Hedi traute ihren Ohren nicht. Wo zum Teufel steckte Louis? Sie hielt auf der Tanzfläche Ausschau, doch sie entdeckte ihn nicht. Plötzlich jedoch stand er vor ihnen.
»Grandpa, sorry, dein Typ wird dort drüben verlangt.« Louis zeigte in die Richtung, wo zwei Männer in Anzügen standen, und winkte ihnen zu.
»Verzeihen Sie, Miss, aber ich muss meinen Pflichten nachkommen. Sie entschuldigen mich? Wie mein Enkel schon sagte, der Tag ist noch lang.« Mit diesen Worten verneigte er sich und ging davon.
»Danke«, flüsterte Hedi und sah Louis an.
»Es tut mir sehr leid, dass ich dich nicht eher befreien konnte, ohne Aufsehen zu erregen. Mein Großvater weiß leider nur zu genau, wie er es anstellen muss.«
»So ungern ich es auch sage, aber dein Großvater ist sehr angsteinflößend. Er scheint sich einfach das zu nehmen, was er will.«
»Was er begehrt, Hedi. Du solltest dich von ihm fernhalten.«
Was mich inspiriert hat:
Zu Anfang waren gar keine 3 Bände geplant, doch Elses und Mariannes Geschichte haben mich so bewegt, dass ich sie nach Band 1 nicht loslassen konnte. Die Rückmeldungen meiner Leser*innen bestätigten, dass es ihnen ebenso erging, daher konnte ich gar nicht anders, als Band 2 zu schreiben. Nie hätte ich erwartet, dass daraus eine Geschichte entsteht, die die Spannung von Band 1 noch übertreffen könnte. Während dem Schreiben war mir ganz schnell klar, dass auch Hedi ihre eigene Geschichte bekommen musste.
Else inspirierte Hedi in Band 2 die Welt zu erkunden, und genau das sollte sie tun. Ich konnte es kaum abwarten, ihre Geschichte zu schreiben. Eine junge Frau mitten in New York im Jahre 1965. Eine Zeit des Aufbruchs und der Bürgerbewegung in Amerika. Die Beatles gaben ihr erstes großes Konzert in New York, während Martin Luther King und Malcom X auf unterschiedliche Weise gegen den Rassismus kämpften. Inmitten all des Wirrwarrs begegnet Hedi ihrer ersten großen Liebe. Doch was wäre die wahre Liebe ohne Höhen und Tiefen?
Von Anfang an stand für mich fest, dass Hedi Elses und Mariannes Vergangenheit einholen würde. Ebenso, dass sie das Geheimnis lüften und sich damit ihr Leben für immer verändern würde. Nun ist es vollbracht und mein Herz ist schwer. Ein weiterer Band ist nicht geplant, doch eines steht fest: Diese drei starken Frauen werden für immer einen besonderen Platz in meinem Autorenherz haben. Vielleicht ja auch in deinem.

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