Liebe in der Toskana

Anastasia & Vincenzo

Leseprobe

Cover - Liebe in der Toskana…Wir fuhren durch die hügelige Landschaft, an deren Straßenrändern riesige Zypressen wuchsen. Als wir in das Gebiet des Chianti kamen, schlug mein Herz schneller denn je. Weinberge, soweit das Auge reichte.
Etwa eine Stunde später bogen wir in einen sandigen, steinigen Feldweg ein, an dessen Wegesrand alte Olivenbäume wuchsen. Wir fuhren durch ein riesiges, schmiedeeisernes Tor, das die Sicht freigab auf ein altes Gut, welches idyllisch zwischen den Weinreben am Berghang lag. Es wirkte schon fast mittelalterlich durch seine aus Sandsteinen gebaute Fassade und das kleine Türmchen, das mit wildem Wein bewachsen war. Eine Zypressenallee führte uns direkt hinauf zum Weingut. Es war atemberaubend schön, geradezu romantisch. Sollten wir hier tatsächlich für die Zeit unseres Aufenthaltes wohnen?
Erstaunt sah ich mir alles an. Der vordere Bereich des Hauses war mit hellem Kies ausgelegt und eine Art Wehrmauer trennte den Hof von den Weinbergen. Auf den eckigen Pfeilern standen Tonschalen, die mit blühenden, rankenden Blumen bepflanzt waren, während vor dem Eingang ein alter, knorriger Olivenbaum wuchs. Unter seinen Ästen, im Schatten gelegen, stand ein aus Holz geschnitzter Tisch mit Stühlen, die zum Verweilen einluden. Als ich meine Füße auf den steinigen Boden setzte, der unter meinen Schuhen knirschte, war ich mir sicher, hier würde ich eine wundervolle Zeit erleben…

***

… Hastig schloss ich die Tür hinter mir und lief eilig Richtung Treppe.
Ehe ich diese erreichte, prallte ich gegen einen kräftigen, muskulösen Körper. Erschrocken fuhr ich zusammen und schrie auf. Mein Blick fiel in das Gesicht eines Mannes, dessen braune Augen mich amüsiert anblickten. Ein breites Grinsen umspielte seine Lippen und seine weißen Zähne leuchteten geradezu.
»Attenzione, Signorina, wohin so schnell des Weges? Meine Mutter hat mir immer gesagt, ich solle mit offenen Augen durchs Leben gehen. Diese Weisheit haben deine Eltern sicher nicht an dich weiter gegeben, oder?«
Er grinste noch immer und ich spürte die Hitze in meinem Gesicht hochsteigen. Auch ohne Spiegel wusste ich, dass der leicht bräunliche Teint meines Make-ups sich nun in ein glühendes Rot verwandelte.
»Mein Name ist Vincenzo di Monte, willkommen in der Welt der italienischen Weine.«…

***

…Als mein Glas das seine schwungvoll berührte, und der Klang mein Ohr durchdrang, kreuzten sich für einen kurzen Augenblick unsere Blicke.
Die Intensität dieses Augenblicks war einfach unbeschreiblich.
Mein Herz klopfte noch immer wie wild, als meine Lippen sich öffneten, um einen kleinen Schluck von dem edlen Rotwein zu kosten. Ich schloss die Augen, während meine Geschmacksnerven sich ausgiebig mit dem roten Tropfen auseinandersetzten, bis ich ihn schließlich langsam, meine Kehle hinunterfließen ließ.
Genüsslich fuhr ich mit der Zunge über meine Lippen. Was für ein köstlicher Tropfen.
»Also Signorina Anastasia Corella, wie beurteilen Sie meinen Wein?«
Er wirkte verführerisch und herausfordernd. Ich riss mich zusammen, löste mich von dem berauschenden Ausdruck seiner Augen und schwenkte erneut den rubinroten Wein in seinem bauchigen Glas.
Entschlossen richtete ich meinen Oberkörper auf und sah Vincenzo direkt in die Augen.
»Nun, Signor«, begann ich vorsichtig, »er ist rassig herb, aber dennoch gleichzeitig samtig.« Ich atmete tief ein, um einen Augenaufschlag später fortzufahren.
»Seine fruchtig würzige Note ist besonders beeindruckend, ebenso wie sein harmonisch berauschender Abgang. Ich kann nur sagen, hier handelt es sich um einen Wein der Extraklasse!«
Als ich meine Lobeshymne beendet hatte, nahm er meine Hand, küsste sie und schenkte mir ein atemberaubendes Lächeln. Ich war verloren…

***

…Wie wunderschön er war. Sein Anblick trieb mein Blut in rasender Geschwindigkeit durch meine Adern. Er blickte empor zu den Sternen und atmete tief durch.
Plötzlich drehte er seinen Kopf in meine Richtung. Er hatte mich entdeckt und schreckte zusammen.
»Ana, es hat keinen Sinn zu reden. Es würde nichts ändern. Es ist besser, du fährst zurück nach Hause und vergisst, was zwischen uns war.«
Ich schluckte und spürte, wie mir seine Worte, die Tränen in die Augen trieben. Er war so eiskalt, ohne jegliches Gefühl. Was war aus dem Vincenzo geworden, in den ich mich verliebt hatte? Entschlossen baute ich mich vor ihm auf. »Vincenzo, ich werde hier stehen bleiben, bis du mir alles erklärt hast, egal wie lange es dauert.«
Er schüttelte den Kopf und blickte mich verzweifelt an.
»Ich kann nicht, Ana. Ich möchte dir diesen Schmerz nicht zufügen, dafür bist du mir zu wichtig. Ana, bitte, mache es nicht komplizierter, als es schon ist. Wir haben keine Zukunft, es ist aus, es darf nicht sein. Also bitte geh und zwinge mich nicht dazu, dir alles zu erklären.«
Jetzt wirkte er weicher, fast schon verletzlich.
»Vincenzo, es gibt nichts, was du mir nicht sagen kannst.« Pure Verzweiflung spiegelte sich in seinem Blick und ich spürte die Unentschlossenheit in ihm.
»Warum darf es nicht sein? Es gibt nichts, was wir nicht zusammen lösen können. Lass mir dir helfen, bitte.«
Nun blickte er mir wieder mit dieser Eiseskälte in die Augen.
»Oh da irrst du dich, meine wunderschöne Ana. In diesem Fall gibt es keine Lösung und kein Happy End. Du willst dir das also wirklich antun? Es ganz sicher wissen, obwohl ich dir sage, dass es dir wehtun wird?«
Ich überlegte keine Sekunde, sondern nickte nur.
»Nun gut, wenn es das ist, was du willst, dann warte hier.«…

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Weiteres bisher veröffentlichtes Buch „Mein Weg zurück zu dir